Ufos im Orbit? Was vor Sputnik geschah ...

Antikes Teleskop zeigt in den Sternenhimmel, Nahaufnahme

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Bevor Sputnik am 4. Oktober 1957 ins All schoss, war der Himmel über der Erde leer. Kein einziges von Menschenhand gebautes Objekt umkreiste unseren Planeten. Kein Satellit, kein Weltraumschrott. Im Orbit über uns herrschte eine himmlische Ruhe.

Eine Selbstverständlichkeit, über die niemand nachdenken musste – weil es schlicht nichts gab, worüber man hätte nachdenken können.

Oder doch?

Die Astronomin Beatriz Villarroel hat sich diese Frage gestellt und dafür Glasplatten aus den Jahren 1949 bis 1957 unter die Lupe genommen. Sie zeigen Fotografien des Nachthimmels, aufgenommen am Palomar-Observatorium in Kalifornien. Auf diesen Fotoplatten tauchen Lichtpunkte auf, die kurz erscheinen und dann verschwinden. Objekte, die Sonnenlicht reflektieren und sich so verhalten, als kreisten sie im Orbit.

Vor Sputnik.

Unbekannte Objekte im Orbit

Villarroel leitet das VASCO-Projekt – Vanishing and Appearing Sources during a Century of Observations. Zu deutsch etwa: "Verschwindende und auftauchende Quellen im Laufe eines Jahrhunderts der Beobachtungen".

Die Idee dahinter ist denkbar einfach: alte Himmelsfotos mit modernen Aufnahmen vergleichen und schauen, ob Sterne in der Zwischenzeit verschwunden sind. Denn wenn ein Stern aufhört zu leuchten, könnte das ein Hinweis auf etwas Außergewöhnliches sein, etwa eine ungewöhnliche Supernova, ein neues astrophysikalisches Phänomen oder sogar (für die Mutigen unter den Forschern) eine Spur außerirdischer Zivilisationen.

Stattdessen fand das Team um Villarroel etwas anderes. Auf den astronomischen Fotoplatten des Palomar-Observatoriums tauchten Lichtpunkte auf, die in einer einzigen Aufnahme erscheinen – und auf der nächsten wieder weg sind.

Es gibt keine bekannte astronomische Erklärung. Es sind keine Sterne. Der nüchterne Begriff der Wissenschaft dafür lautet: Transient. Etwas, das kurz da ist und dann nicht mehr. Mehr als 100.000 solcher Transienten hat das Team bisher entdeckt.

Auftauchen mit System – die UFO-Korrelation?

Der Fund dieser unerklärlichen Objekte war jedoch nicht alles. Die Forscher bemerkten noch eine weitere Merkwürdigkeit. Die Transienten tauchten nicht zufällig auf. Sie häuften sich an bestimmten Tagen – und diese Tage hatten etwas gemeinsam: Irgendwo auf der Erde war eine Atombombe gezündet worden.

Innerhalb von 24 Stunden nach einem oberirdischen Atomtest stieg die Wahrscheinlichkeit, einen Transienten zu beobachten, um 68 Prozent. Die Statistik ist eindeutig: weniger als ein Prozent Wahrscheinlichkeit, dass das Zufall ist.

Was auch immer da im Orbit war – es reagierte auf Atomexplosionen.

Und es geht noch verrückter! An denselben Tagen, an denen die Transienten gehäuft auftauchten, häuften sich auch UFO-Meldungen. Für jeden zusätzlichen gemeldeten Sichtungsbericht stieg die Zahl der Transienten um durchschnittlich 8,5 Prozent ⤤. Auch das ist statistisch signifikant, also kein Zufall.

Unbekannte Objekte im Orbit, Atomtests, UFO-Meldungen. Alles zur gleichen Zeit ...

Ein zylinderförmiges Metallobjekt kreist im Erdorbit

Objekte zum Anfassen

Aber was steckt dahinter? Jedenfalls keine Bildstörungen. Die Daten weisen auf feste Objekte hin. Denn die Transienten fehlten fast vollständig, wenn das Teleskop, das sie fotografierte, in den Erdschatten zeigte, also den Bereich des Himmels, den die Sonne nicht erreicht.

Das bedeutet: Diese Objekte reflektierten Sonnenlicht. Sie waren physisch real, hatten spiegelnde Oberflächen und befanden sich in unserem Orbit.

Doch im Orbit gab es damals nichts. Wir erinnern uns: Sputnik startete erst 1957. Die Fotoplatten stammen aus den Jahren davor. Zu einer Zeit, als keine von Menschenhand gebauten Objekte unsere Erde umkreisten und Starlink-Satelliten Zukunftsphantasien waren.

Doch was sind diese Objekte dann?

Eine andauernde Diskussion – alles nur Fehler?

Die naheliegendste Erklärung: Fehler. Alte Fotoplatten sind fehleranfällig, Emulsionsflecken können wie Lichtpunkte aussehen, Digitalisierungsartefakte schleichen sich ein. Mehrere Wissenschaftler haben genau das eingewandt und die Methodik von Villarroel und ihrem Team scharf kritisiert.

Nur erklärt diese Kritik nicht alles. Im Gegenteil. Denn Plattenfehler reagieren weder auf Atomtests noch meiden sie den Erdschatten.

Inzwischen haben unabhängige Forscher die Befunde unter die Lupe genommen und bestätigt. Ein pensionierter NASA-Entwickler analysierte Fotoplatten der Hamburger Sternwarte aus denselben Jahren ⤤ mit einer anderen Methode, anderen Fotoplatten und einem anderen Teleskop. Er fand das gleiche: kurzlebige Lichtpunkte mit denselben charakteristischen Eigenschaften.

Die Debatte ist nicht abgeschlossen. Aber die Funde bleiben.

TelTeleskop in der Kuppel eines Observatoriums zeigt in den Nachthimmel, blaues Licht

Was bedeuten diese Funde für uns?

Was also bewegte sich da in unserem Orbit? Villarroel selbst bleibt vorsichtig. Zwei Erklärungen stehen im Raum: Entweder lösten die Atomtests bisher unbekannte atmosphärische Phänomene aus, die kurze Lichtblitze erzeugten. Oder da waren tatsächlich künstliche Objekte in der Erdumlaufbahn. Vor Sputnik.

Wenn Letzteres zutrifft, öffnet sich ein Abgrund an Fragen:

  • Woher kamen sie?

  • Warum waren es so viele – über 100.000 Transienten in weniger als acht Jahren?

  • Was interessierte sie an unseren Atomtests?

  • Beobachteten sie uns?

  • Reagierten sie auf die Explosionen?

  • Oder war die Korrelation nur ein Nebeneffekt von etwas, das wir noch nicht verstehen?

Und dann die vielleicht spannendste Frage: Sind sie noch da?

Heute umkreisen tausende Satelliten und Unmengen Weltraumschrott unsere Erde. Etwas, das in den 1950ern deutliche Spuren hinterließ, würde heute im Rauschen verschwinden.

Wir können das Phänomen schlicht nicht mehr identifizieren.

Die Welt beginnt hinzuschauen

Spekulieren können wir viel, wissen tun wir nur wenig. Oder sollte ich sagen: Nur wenige wissen etwas.

Denn das passt zu einer Entwicklung, die gerade Fahrt aufnimmt: der schrittweisen Offenlegung von UAP-Daten durch Regierungen und Militärbehörden weltweit – auch bekannt als Disclosure.

Auf der einen Seite gesteuert von Behörden und Politik, auf der anderen Seite verstärkt durch Menschen, die sich mit offiziellen Narrativen nicht mehr abspeisen lassen wollen.

Whistleblower aus Militär- und Regierungskreisen sind schon seit geraumer Zeit aktiv, nicht nur innerhalb der UFO-Community, sondern in offiziellen Anhörungen vor dem US-Kongress.

Erst im Februar 2026 hat der amtierende US-Präsident Trump Transparenz angekündigt.

Dazu kommen die Erlebnisse von Menschen, die nicht länger drüber schweigen wollen. Entführungsopfer, Personen, die eigenen Aussagen zufolge direkten Kontakt hatten, oder medial begabte Menschen, die Wesenheiten channeln – sie alle tragen dazu bei, das Phänomen in den öffentlichen Diskurs zu bringen.

Dokumentationen, YouTube-Ufo-Kanäle und neue Hollywood-Filme schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden, nicht zuletzt "Disclosure Day" von Steven Spielberg ⤤ (geplanter US-Start im Juni 2026).

Aber auch unabhängige Forscher berichten von Außerirdischen, die uns besuchen – wobei die Hypothesen, was sich hinter einem “Außerirdischen” verbirgt, vielfältig sind. Ich habe in meinem Artikel Aliens: Besucher von anderen Sternen oder Wunschdenken? darüber geschrieben.

Ob die Funde von Villarroel und ihrem Team dabei noch eine Rolle spielen werden? Ich tippe auf ja.



Hinweis zu den Abbildungen: Die verwendeten Bilder sind mit KI erstellt (Midjourney AI), sofern am Bild nicht explizit anders gekennzeichnet.


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